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Unternehmen: 7 wichtige Fragen zur Bewertung Ihres Wechselkursrisikos

In unserer globalisierten Wirtschaft sind nur wenige Akteure vor Wechselkursrisiken gefeit. Dennoch variiert das Ausmaß der Risikoexposition von Unternehmen zu Unternehmen erheblich. Hier sind die Fragen, die Sie sich stellen sollten, um Ihr Wechselkursrisiko und dessen Auswirkungen – von den offensichtlichsten bis hin zu den subtilsten – besser zu verstehen.

Sind Sie an Devisengeschäften beteiligt?

Wenn ein Teil Ihrer Einnahmen oder Ausgaben in Fremdwährungen anfällt, ist Ihr Unternehmen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt.

Es bleibt also die Frage, in welchem Verhältnis Ihre Transaktionen in Fremdwährung zu denen in Landeswährung stehen. Unter sonst gleichen Umständen gilt: Je höher der Anteil der Transaktionen in Fremdwährung ist, desto stärker sind Sie dem Wechselkursrisiko ausgesetzt.

Beachten Sie jedoch, dass ein wirtschaftliches Wechselkursrisiko auch dann bestehen kann, wenn 100 % Ihrer Transaktionen in Landeswährung abgewickelt werden. Bei einigen Ihrer Rohstoffe können die Preise nämlich direkt von den Schwankungen auf dem Devisenmarkt beeinflusst werden (zum Beispiel der Preis für Kraftstoff, der international in Dollar gehandelt und denominiert wird, aber im Tagesgeschäft in Landeswährung beglichen wird).

Unabhängig von der Situation Ihres Unternehmens ist daher eine sorgfältige Prüfung der Preisstruktur erforderlich, um die direkten und indirekten Auswirkungen von Wechselkursschwankungen genau zu verstehen.

Gleicht sich Ihr Devisengeschäft aus?

Wenn Ihr Unternehmen durch Transaktionen in Fremdwährungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt ist, können sich in manchen Fällen mehrere Ihrer Transaktionen gegenseitig ausgleichen und das Risiko von selbst neutralisieren.

Denken Sie daher bei der Analyse des Risikos Ihres Unternehmens daran, in Bezug auf die Nettoposition (und nicht die kumulierte Position) zu denken, und zwar für jede der Fremdwährungen, die im Rahmen Ihrer Geschäftstätigkeit verwendet werden.

Gut zu wissen:
Obwohl sie unterschiedlich sind, können sich bestimmte internationale Währungen aufgrund politischer Entscheidungen oder wirtschaftlicher Faktoren auf natürliche Weise gegenseitig ausgleichen. Aber Vorsicht: Solche Zusammenhänge können manchmal abrupt zerbrechen, wie es beispielsweise beim Ende des von der SNB aufrechterhaltenen Mindestkurses für den EUR/CHF im Jahr 2015 der Fall war.

Haben Sie eine Absicherungsstrategie eingeführt?

Neben „natürlichen“ Absicherungsmechanismen, die das Wechselkursrisiko neutralisieren können, kann Ihr Unternehmen auch auf „künstliche“ Absicherungsmechanismen zurückgreifen, wie beispielsweise den Kauf von Absicherungsinstrumenten.

Absicherungsstrategien zur Reduzierung des Wechselkursrisikos können teilweise oder vollständig sein, um das Risiko nahezu vollständig zu neutralisieren. Wenn Ihr Unternehmen solche Strategien anwendet, können Sie prospektive (ex-ante) oder retrospektive (ex-post) Wirksamkeitstests durchführen, um deren Nutzen zu bewerten; solche Tests werden im Übrigen durch die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS empfohlen.

Sind Ihre Gewinnspannen gering, moderat oder hoch?

Unter sonst gleichen Umständen haben Schwankungen auf dem Devisenmarkt je nach Höhe Ihrer Margen unterschiedliche Auswirkungen auf Ihr Geschäft. Sind Ihre Margen gering, werden diese schnell von Wechselkursschwankungen beeinflusst,

sodass Sie einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. Umgekehrt gilt: Je höher Ihre Margen sind, desto mehr Spielraum haben Sie, um Schwankungen am Devisenmarkt leichter abzufedern.

Sind die betreffenden Fremdwährungen volatil?

Türkische Lira, argentinischer Peso, russischer Rubel… Bestimmte Währungen, die als „exotische Währungen“ bezeichnet werden, sind im Durchschnitt deutlich volatiler als stabilere Währungen wie der Euro, der US-Dollar oder der Yen, was insbesondere auf die politische und/oder wirtschaftliche Instabilität der betreffenden Regionen zurückzuführen ist.

Je größer der Anteil „exotischer“ Fremdwährungen in Ihrer Geschäftstätigkeit ist, desto stärker ist Ihr Unternehmen Risiken ausgesetzt. Aber Vorsicht: Man sollte sich auch vor stillen Gewässern hüten, denn selbst die etabliertesten Währungen können plötzliche Volatilitätsschübe erleben!

Haben Sie Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Fremdwährung?

Auch wenn wirtschaftliche und transaktionsbezogene Wechselkursrisiken aufgrund ihrer direkten Auswirkungen auf die Rentabilität von Unternehmen am häufigsten genannt werden, kann Ihr Unternehmen auch einem bilanziellen Risiko ausgesetzt sein, wenn es in seiner Bilanz auf Fremdwährung lautende Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten hält.

Und das aus gutem Grund: Unter dem Einfluss von Wechselkursschwankungen kann eine auf Fremdwährung lautende Anlage plötzlich an Wert verlieren, während eine auf Fremdwährung lautende Verbindlichkeit schlagartig ansteigen kann.

Gut zu wissen: Genau wie bei Transaktionen ist es auch hier sinnvoll, in Netto-Positionen zu denken, da sich die Risiken Ihrer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenseitig ausgleichen können.

Haben Sie Tochtergesellschaften im Ausland?

Sollte Ihr Unternehmen über Tochtergesellschaften im Ausland verfügen, kann es bei der Rückführung der in der Tochtergesellschaft erzielten Gewinne durch die Umrechnung der Fremdwährungen in die Landeswährung einem Wechselkursrisiko ausgesetzt sein.

Das Vorhandensein einer oder mehrerer Tochtergesellschaften außerhalb Ihres Währungsraums setzt Sie daher ebenfalls einem Wechselkursrisiko aus.

Das Wechselkursrisiko kann viele verschiedene Formen annehmen, und letztendlich betrifft es uns alle in unserem Alltag. Wir hoffen, dass Sie dank der Fragen und Antworten in diesem Artikel nun einen umfassenderen und genaueren Überblick über Ihr Risiko haben!

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