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Unternehmen: Welche Wechselkurse sollten Sie für Ihren Haushalt 2022 verwenden?

Wenn es darum geht, den Haushaltsvoranschlag für das nächste Geschäftsjahr fertigzustellen, kann es schwierig sein zu entscheiden, welchen Wechselkurs man für Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung anwenden soll… Da ist die Versuchung groß, sich auf sein Bauchgefühl oder die Prognose dieses oder jenes mehr oder weniger renommierten Analysten zu verlassen.

Der beste Ansatz besteht jedoch darin, methodisch und vernünftig vorzugehen. Lassen wir also die Kristallkugel beiseite und schauen wir uns gemeinsam an, welche bewährten Verfahren für einen professionellen und zuverlässigen Haushalt 2022 umgesetzt werden sollten!

Versuche nicht, die Zukunft vorherzusagen

Um die Entwicklung der Wechselkurse vorherzusagen, können Finanzfachleute auf drei Hauptansätze zurückgreifen:

  • Die Kaufkraftparität. Diese Methode geht davon aus, dass dieselbe Ware oder Dienstleistung unabhängig vom Währungsraum denselben Wert haben sollte. Es geht also darum, einen Referenzwarenkorb zu definieren, um das Verhältnis seiner Geldwerte in einer Währung zur anderen zu ermitteln und so den theoretischen Wechselkurs zu erhalten. Lokale Besonderheiten (Demografie, regulatorische Auflagen, Steuerwesen usw.) machen diese Aufgabe jedoch relativ komplex.
  • Wachstums- und Zinsunterschiede. Bei dieser Methode werden die realen (inflationsbereinigten) Wachstumsraten verschiedener Währungsräume miteinander verglichen, wobei davon ausgegangen wird, dass der wirtschaftlich erfolgreichere Raum mehr Investoren anzieht und seine Währung dadurch an Wert gewinnt.
  • Ökonometrische Modelle. Bei dieser Methode werden komplexe statistische Modelle herangezogen, um die Entwicklung der Wechselkurse anhand einer Gleichung zu erfassen, die sich aus zahlreichen Variablen und Faktoren zusammensetzt.

Doch trotz der Vielzahl mehr oder weniger ausgefeilter Modelle erzielen selbst professionelle Analysten bei ihren Prognosen keine überzeugenden Ergebnisse, und so enttäuschend es auch klingen mag: Der Zufall ist nach wie vor ein besserer Prognostiker als die Strategen…

Da es nicht Ihre Aufgabe ist, auf dem Devisenmarkt zu spekulieren, sondern sich vielmehr auf die finanzielle Gesundheit Ihres Unternehmens zu konzentrieren, sollten Sie für Ihre Annahmen besser den Devisenterminmarkt und dessen Terminkurs heranziehen.

„Budgetkurse“ und „Referenzkurse“ festlegen

Für jede der in Ihrem Budgetentwurf enthaltenen Fremdwährungen können Sie daher den Terminkurs der betreffenden Währung als Grundlage für Ihre Prognosen heranziehen.

Dieser erste Wechselkurs bildet dann Ihren Budgetkurs, d. h. den Wechselkurs, zu dem Sie Ihre Umrechnungsvorgänge im kommenden Jahr voraussichtlich durchführen werden. Wichtig ist, dass Ihr Budgetkurs jährlich oder in kürzeren Abständen (vierteljährlich oder monatlich) festgelegt werden kann, um Ihre Annahmen laufend zu aktualisieren.

Sobald der Budgetkurs festgelegt ist, müssen Sie anschließend Ihren Referenzkurs definieren, d. h. den Wechselkurs, den Sie nicht überschreiten dürfen, um die Margen und die Rentabilität Ihres Unternehmens zu sichern. Es handelt sich also gewissermaßen um einen „degradierten Budgetkurs“.

Unter sonst gleichen Bedingungen gilt: Je weniger Ihr Unternehmen anfällig für Wechselkursrisiken ist, desto mehr kann es sich einen Referenzkurs leisten, der vom Budgetkurs abweicht. In dieser Hinsicht hängt also alles von der Wechselkurspolitik Ihres Unternehmens und Ihrer Risikoaversion ab.

Durch die Durchführung von Simulationen auf der Grundlage verschiedener Marktszenarien und operativer Annahmen können Sie vorausschauend handeln und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen ergreifen.

Gut zu wissen: Achten Sie darauf, dass Ihr Unternehmen in allen Dokumenten und Abteilungen systematisch dieselben Budget- und Referenzkurse verwendet!

Sichern Sie Ihre Wechselkurse durch Absicherungsgeschäfte

Um zu vermeiden, dass Sie den in Ihrem Budget festgelegten Referenzkurs überschreiten, können Sie sogenannte Absicherungsstrategien einsetzen, um den Wechselkurs Ihrer Transaktionen im Voraus festzuschreiben.

Diese Absicherung kann dann für das gesamte Geschäftsjahr (Makroabsicherung) oder fortlaufend zur Absicherung Ihrer Transaktionen (dynamische Absicherung) erfolgen.

Bei einer Makro-Absicherungsstrategie müssen Sie darauf achten, dass der Umfang Ihrer Absicherungsmaßnahme im Verhältnis zu Ihrem tatsächlichen Bedarf nicht zu groß ist (Risiko einer Überabsicherung), da die Absicherung sonst Ihr Risiko erhöhen würde, anstatt es zu neutralisieren. 

Zu diesem Zweck können Sie sich beispielsweise für eine teilweise Makroabsicherung entscheiden, um zunächst nur die bereits in Rechnung gestellten oder vertraglich vereinbarten Geschäfte abzusichern und den verbleibenden Teil nach und nach abzusichern.

Und im Falle einer dynamischen Absicherungsstrategie müssen Sie (beispielsweise über ein Berichtssystem) darauf achten, dass sich der gewichtete Durchschnittskurs Ihrer Transaktionen nicht zu gefährlich Ihrem Referenzkurs nähert.

Gut zu wissen: Achten Sie darauf, stets Ihr Nettoengagement abzusichern und nicht die Summe Ihrer Positionen, da sich bestimmte Kauf- und Verkaufspositionen im Rahmen einer natürlichen Absicherung unter Umständen von selbst ausgleichen.

Vergessen Sie nicht die Wechselkurs- und Absicherungsgebühren!

Da die Umsetzung von Absicherungsstrategien mit einer Reihe von Kosten (finanzieller und personeller Art) verbunden ist, sollte sie in Ihrem Unternehmen nicht systematisch erfolgen, sondern Gegenstand einer gründlichen Analyse sein.

Vergessen Sie schließlich auch nicht, die Wechselkursgebühren zu berücksichtigen, die für Ihre Transaktionen anfallen. Wenn Sie keinen spezialisierten Dienstleister haben oder Ihre Transaktionen exotische Währungen betreffen, können diese Kosten schnell in die Höhe schnellen!

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