Schweizer Franken, Euro, US-Dollar… In welcher Währung sollten Sie Ihre Aktien kaufen?
Bei fast 180 Währungen weltweit ist es schwer zu entscheiden, in welche man investieren soll. Einige Währungen wie der Schweizer Franken, der Euro oder der US-Dollar sind jedoch aufgrund ihrer Stabilität bei Anlegern sehr beliebt.
Je nach Ihrem Wohnort, Ihrem Anlegerprofil und Ihrer Vermögenssituation können Sie sich also entscheiden, ob Sie an der Börse in Ihrer Landeswährung investieren oder eine Fremdwährung nutzen möchten. Unabhängig davon, wie Sie sich letztendlich entscheiden, sollten Sie sich jedoch der Vor- und Nachteile der einzelnen Ansätze bewusst sein!
In die eigene Landeswährung investieren
Eine Anlage in der eigenen Währung ermöglicht es vor allem, die Wertentwicklung der Anlage leichter nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu Anlagen in Fremdwährung sind Sie bei einer Anlage in der Landeswährung nämlich keinem Wechselkursrisiko ausgesetzt.
Darüber hinaus sind Anlagen in der Landeswährung und über inländische Konten in der Regel einfacher zu melden und zu verwalten als Anlagen in einem anderen Währungsraum über einen ausländischen Anbieter, dessen Berichterstattung nicht unbedingt sofort für Ihre Steuererklärung verwertbar ist.
Wer sich jedoch darauf beschränkt, in die heimische Währung zu investieren, schränkt seinen Zugang zu internationalen Anlagemöglichkeiten ein… Auch wenn dies nicht unbedingt unmittelbare Probleme mit sich bringt, solange Ihr Land ein nachhaltiges Wachstum verzeichnet, kann es schnell zu einem Problem werden, wenn das reale (inflationsbereinigte) Wachstum stagniert.
Sich dem internationalen Markt zuzuwenden, um neue Anlagemöglichkeiten zu erschließen und die Rendite des eigenen Portfolios zu steigern, ist daher durchaus sinnvoll und gerechtfertigt – umso mehr, als eine solche Entscheidung noch weitere Vorteile mit sich bringt.
In eine Fremdwährung investieren
Es gibt im Allgemeinen drei gute Gründe, in eine Fremdwährung zu investieren: das Streben nach Rendite, das Streben nach Stabilität und der Reiz der Diversifizierung.
Mehr Leistung
Zwischen Schwellen- und Industrieländern sowie innerhalb dieser beiden großen Gruppen können die Wachstumsraten von Konjunkturzyklus zu Konjunkturzyklus stark schwanken.
Eine Anlage im Ausland in einem besonders dynamischen und auf den ersten Blick vielversprechenden Währungsraum ist daher eine hervorragende Möglichkeit, die Rendite eines Aktienportfolios zu steigern.
Dieser potenzielle Renditevorteil muss jedoch vor dem Hintergrund des Risikoniveaus der betreffenden Anlagemöglichkeiten betrachtet werden. Eine Investition in einem Schwellenland setzt Sie in den meisten Fällen einem höheren wirtschaftlichen Risiko im Krisenfall, einem landesspezifischen politischen Risiko sowie einem Inflationsrisiko aus.
Um sich davon zu überzeugen, genügt es übrigens, auf die Währungskrisen zurückzublicken, die Argentinien oder Venezuela in der Vergangenheit erlebt haben und in deren Verlauf ausländische Anleger miterleben mussten, wie ihre Anlagen durch Hyperinflation und ungünstige Entwicklungen auf dem Devisenmarkt vernichtet wurden.
Mehr Stabilität
Während manche Anleger vor allem auf höhere Renditen aus sind, legen andere vor allem Wert auf mehr Stabilität bei ihren Anlagen. Bestimmte Währungen wie der Schweizer Franken (CHF) gelten bei Anlegern nämlich als besonders sicher.
Im Falle einer Wirtschaftskrise oder erneuter Spannungen an den Finanzmärkten dienen diese Währungen in der Regel als sicherer Hafen und bieten Anlegern einen weniger volatilen und weniger riskanten Rückzugsort.
Die großen Währungen wie der Euro, der US-Dollar, der Yen und auch der Schweizer Franken sind übrigens bei Einwohnern von Schwellenländern besonders beliebt, die nach einer stabilen Anlage suchen, die sie vor Inflation schützt.
Um massive Kapitalabflüsse zu verhindern, könnten die betreffenden Länder zudem Beschränkungen auferlegen. In Indien hat die Zentralbank daher für jeden Einwohner eine jährliche Obergrenze von 250.000 Dollar für Investitionen im Ausland festgelegt.
Mehr Widerstandsfähigkeit durch Diversifizierung
Ob man nun nach höherer Rendite oder nach Stabilität strebt – eine Anlage in Fremdwährungen ist nach wie vor ein hervorragendes Instrument, um das Risiko-Rendite-Verhältnis des eigenen Aktienportfolios anzupassen. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, sich für diese oder jene Währung zu entscheiden, sondern vielmehr darauf, die Allokation richtig zu diversifizieren.
Seit der Veröffentlichung der Modernen Portfoliotheorie im Jahr 1952 durch Harry Markowitz (der einige Jahre später mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurde) nimmt die Diversifizierung einen zentralen Platz in der Welt der Vermögensverwaltung ein.
Für einen Anleger mit ausreichend großem Kapital ist die Streuung seiner Anlagen auf mehrere Währungen, mehrere Regionen, mehrere Anlageklassen, mehrere Sektoren und mehrere Unternehmen daher eine der besten Möglichkeiten, das Verhältnis von Rendite und Risiko zu optimieren.
Bevor man im Ausland investiert, sollten jedoch einige technische und finanzielle Aspekte berücksichtigt werden!
Wenn Sie über eine inländische Anlageplattform in Fremdwährungen investieren, können die von Ihrem Finanzvermittler erhobenen Maklerprovisionen und Wechselkursgebühren mitunter beträchtlich sein…
Eine Lösung besteht daher darin, direkt in der Zielwährungszone ein Konto bei einer lokalen Anlageplattform zu eröffnen, um von günstigeren Anlagebedingungen zu profitieren, und einen Devisenspezialisten zu beauftragen, Ihr Kapital umzutauschen und ins Ausland zu überweisen.
Soll ich eine Aktie in Euro oder in Schweizer Franken kaufen?
Spekulative Prognosen auf dem Devisenmarkt abzustellen, bleibt ein äußerst riskantes Unterfangen (selbst für Profis). Anstatt darauf zu setzen, dass eine bestimmte Währung steigt oder fällt, ist es daher ratsam, bei der Entscheidungsfindung andere, objektivere Kriterien heranzuziehen.
Wenn Sie eine bestimmte Unternehmensaktie im Visier haben, ist es sinnvoll, zunächst die Börse(n) zu ermitteln, an der bzw. denen diese notiert ist, insbesondere um die Liquiditätsbedingungen der beiden Märkte zu vergleichen (d. h. die Handelsvolumina der betreffenden Aktie). Unter sonst gleichen Umständen ist es für Sie in der Tat vorteilhafter, den liquideren Markt zu wählen.
Auch der Vergleich der Zinssätze zwischen zwei Währungsräumen ist empfehlenswert, da sich die Zinsdifferenz direkt auf die Entwicklung der Wechselkurse im Laufe der Zeit auswirkt. Einige bekannte Handelsstrategien wie der Carry Trade basieren übrigens auf diesem Prinzip!
Seien Sie auch vorsichtig bei den beobachteten Renditeverläufen verschiedener Aktienindizes. Einerseits lassen vergangene Wertentwicklungen keine Rückschlüsse auf zukünftige Wertentwicklungen zu. Und andererseits unterscheiden sich die verwendeten Berechnungsmethoden manchmal von einem Aktienindex zum anderen…
In Frankreich spiegelt der CAC 40 beispielsweise die Entwicklung des Aktienkorbs ohne reinvestierte Dividenden wider, während der Dow Jones in den USA diese einbezieht; das kann zu Fehlinterpretationen führen, wenn Ihre Analyse zu oberflächlich bleibt.
Achten Sie schließlich auch auf die geografische Ausrichtung Ihrer Anlage. Der Börsenstandort eines Unternehmens entspricht nicht unbedingt seinem Geschäftsgebiet. Der französische Aktienindex erzielt beispielsweise 70 % seines Umsatzes im Ausland!
Alles in allem hat jede Währung ihre eigenen Vor- und Nachteile. Sie sollten sich daher vor allem mit der Frage der Diversifizierung befassen, um das Risiko-Rendite-Verhältnis Ihres Portfolios zu optimieren, aber auch und vor allem, um Ihre Wechselkursgebühren zu senken.


