Finanzanalyse: Wie und warum?
Finanzielle Turbulenzen, Verhandlungen mit Kreditgebern, Kommunikation mit den Aktionären, Insolvenzverfahren … Es gibt zahlreiche Situationen, in denen eine Finanzanalyse unerlässlich ist, um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu beurteilen. Wie und warum sollte man eine solche Analyse durchführen? Die Antwort finden Sie in diesem Artikel.
Was ist eine Finanzanalyse?
Per Definition ist die Finanzdiagnose ein dynamisches Analyseinstrument, dessen Ziel es ist, einen umfassenden Überblick über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu geben.
Um die Stärken und Schwächen des Unternehmens zu ermitteln, berücksichtigt die Finanzanalyse insbesondere:
- seine Finanzdaten;
- seine derzeitige operative Leistung;
- seine Entwicklungsaussichten.
Die Finanzanalyse liefert somit eine aktuelle Bestandsaufnahme, anhand derer die Entwicklungsaussichten des Unternehmens analysiert werden können.
Warum sollte man eine Finanzanalyse durchführen?
Anhand einer Analyse der verfügbaren Ressourcen, der Geschäftsergebnisse und der getätigten Investitionen gibt die Finanzanalyse Aufschluss über:
- die Unternehmensleistung;
- das Wachstumsniveau des Unternehmens;
- die Liquiditätslage des Unternehmens;
- die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens;
- die Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Rentabilität und Zahlungsfähigkeit
Die Analyse der Bilanz sowie die Auswertung der Gewinn- und Verlustrechnung zeigen jeweils, woher die Mittel stammen (und wie sie verwendet werden) und welche finanziellen Ergebnisse sich aus den eingesetzten Mitteln ergeben.
Risiken und entgangene Gewinne
Die Finanzanalyse liefert zudem Verbesserungsvorschläge für das Unternehmen; diese können sowohl die Produktion als auch das Cashflow-Management betreffen (Zahlungen an Lieferanten, Rechnungsstellung an Kunden, Lagerverwaltung usw.).
Wachstumsaussichten
Schließlich deckt die Finanzanalyse potenzielle Chancen und Risiken für das Unternehmen auf, um die richtigen Lösungen zu finden. Ob es darum geht, Ressourcen zu sichern oder im Gegenteil einen neuen Investitionsplan auf den Weg zu bringen: Die Entscheidungsfindung wird dadurch erleichtert.
Finanzdiagnose: Wann und für wen?
Die aus der Finanzanalyse gewonnenen Informationen sind in vielen Situationen von großem Nutzen.
Neben Finanzvorständen und Unternehmensleitern kann dieses Tool für verschiedene Ansprechpartner von Interesse sein:
- die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fühlen sich stärker in die Entwicklung des Unternehmens eingebunden;
- die Aktionäre sind hinsichtlich der Rentabilität und der Zukunftssicherheit ihrer Investition zuversichtlich;
- Kreditgeber wie Banken schätzen es ebenfalls, einen Einblick in die Wachstumsaussichten des Kreditnehmers zu erhalten.
Die Finanzanalyse ist daher ein Verhandlungsinstrument, das man nicht unterschätzen sollte!
Er kann durchgeführt werden:
- wenn das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät (oder solche erwartet);
- vorsorglich im Rahmen einer Routineuntersuchung;
- beim Kauf des Unternehmens;
- im Falle eines Insolvenzverfahrens oder einer Liquidation.
Achtung: Obwohl die Finanzdiagnose normalerweise freiwillig ist, ist sie im Rahmen eines Insolvenzverfahrens oder einer Liquidation verpflichtend.
Wie führt man eine Finanzanalyse durch?
Die analysierten Daten
Die Finanzdiagnose ist nicht nur ein zeitlich dynamisches Instrument, sondern bietet darüber hinaus eine interne und externe Analyse des Unternehmens, d. h. sowohl seiner Produktionsprozesse und seiner Struktur als auch seines Wettbewerbsumfelds.
Um aussagekräftige Informationen zu liefern, stützt sich die Finanzdiagnose auf:
- Die Bilanz. Diese wird angepasst, um eine funktionale Bilanz zu erhalten, die die Verwendungen (langfristige Vermögenswerte, kurzfristige Vermögenswerte, liquide Mittel auf der Aktivseite) und die Mittel (langfristige Verbindlichkeiten, kurzfristige Verbindlichkeiten, liquide Mittel auf der Passivseite) ausweist.
- Die Gewinn- und Verlustrechnung. Da sie einen Überblick über das Verhältnis zwischen den eingesetzten Mitteln und der finanziellen Leistung im laufenden Geschäftsjahr gibt, liefert sie Aufschluss über das Wachstum, die Margen und die Rentabilitätsschwelle des Unternehmens.
- Je nach Situation werden auch die beigefügten Unterlagen herangezogen.
Die Funktionsbilanz stellt eine periodengerechte Anpassung der Bilanz dar:
- der Geschäftszyklus;
- der Nichtbetriebszyklus;
- der Cashflow-Zyklus;
- der nachhaltige Kreislauf.
Die Finanzanalyse, die entweder eigenständig oder im Rahmen einer Gesamtanalyse erstellt wird, liefert verschiedene Finanzkennzahlen, um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens genau darzustellen.
Diese Kennzahlen lassen sich in mehrere Kategorien unterteilen:
- die Rentabilitätskennzahlen;
- die Solvabilitätskennzahlen;
- Liquiditätskennzahlen;
- Liquiditätskennzahlen;
- die Deckungsquoten;
- die strukturellen Kennzahlen;
- …
Gut zu wissen: Welche Kennzahlen besonders zu beachten sind, kann vom Tätigkeitsbereich des Unternehmens abhängen.
Die Schritte zur Erstellung einer Finanzanalyse
Die Durchführung einer Finanzanalyse gliedert sich in zwei große Teile:
- die Analyse des wirtschaftlichen und branchenbezogenen Umfelds des Unternehmens;
- eine detaillierte Analyse der Rechnungslegungsgrundsätze des Unternehmens.
Die Analyse der Rechnungslegungsgrundsätze dient dazu, die wirtschaftliche Rentabilität des Unternehmens und die finanzielle Rentabilität der in das Unternehmen investierten Mittel zu messen. Anschließend wird die Entwicklung der wichtigsten Ausgabenposten untersucht.
Schließlich enthält die Finanzanalyse konkrete Empfehlungen, die als Entscheidungshilfe für künftige Investitionen und Sparlösungen dienen sollen.
Ob es nun darum geht, das Unternehmen weiterzuentwickeln, sich gegen mögliche Katastrophenszenarien abzusichern oder mit einem Geldgeber zu verhandeln – die Finanzanalyse bietet zahlreiche Vorteile, auf die man kaum verzichten kann.


