Leitfaden für die Stellensuche in der Schweiz
Mit ihren renommierten Unternehmen und hohen Gehältern zieht die Schweiz jedes Jahr zahlreiche Menschen an, die auf der Suche nach einer Arbeitsstelle in einem Land sind, in dem es sich gut leben lässt. Da der Wettbewerb hart ist, muss man sich auf die Stellensuche in der Schweiz sorgfältig vorbereiten.
Wie findet man einen Job in der Schweiz? Gibt es Besonderheiten, die man kennen sollte, bevor man sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bewirbt? In welchen Berufen und Branchen wird in der Schweiz Personal gesucht?
Dieser Leitfaden zur Stellensuche in der Schweiz fasst die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.
Wie funktioniert der Arbeitsmarkt in der Schweiz?
Die Schweiz lässt sich in mehrere Arbeitsmarktregionen unterteilen, die jeweils spezifische Anforderungen an die Personalbeschaffung haben. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) gibt es auf Schweizer Gebiet 101 Arbeitsmarktregionen, darunter 16 große Regionen.
Zu nennen sind hier beispielsweise der Arbeitsmarkt der Westschweiz im Westen (zu dem die Kantone Genf, Neuenburg, Waadt, Freiburg und Jura gehören), aber auch die Arbeitsmärkte der Deutschschweiz und der italienischen Schweiz weiter östlich.
Da jedes dieser Arbeitsmarktregionen seine eigenen Besonderheiten aufweist, kann die Attraktivität des Schweizer Arbeitsmarktes von Region zu Region variieren (aber auch insgesamt im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern, insbesondere aufgrund der Entwicklung des Euro- und des Schweizer-Franken-Kurses).
Die attraktivsten Branchen in der Westschweiz
In der Romandie ist der Arbeitsmarkt besonders dynamisch. Er konzentriert sich auf die Branchen Tourismus, Hotellerie, Luxusgüter und ganz allgemein auf den Dienstleistungssektor (IT, Banken, Versicherungen). In diesen Branchen besteht eine relativ hohe Nachfrage nach Zeitarbeitskräften, befristeten Arbeitsverträgen, aber auch nach unbefristeten Arbeitsverträgen.
Die Stadt Genf ist schon für sich genommen ein bedeutender Anziehungspunkt. Hier sind zahlreiche internationale Unternehmen und Organisationen ansässig, darunter die Hauptsitze der Vereinten Nationen, der WHO (Weltgesundheitsorganisation), der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) und des CERN (Europäische Organisation für Kernforschung).
Die bestbezahlten Berufe in der Schweiz sind diejenigen im Finanzsektor (Banken und Versicherungen). Über alle Qualifikationsstufen hinweg bietet dieser Wirtschaftszweig ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt von über 9’200 CHF (das sind mehr als 8’500 €). Auch die Branchen Informatik, Chemie und Pharmazie sind sehr gut bezahlt. Um mehr darüber zu erfahren, laden wir Sie ein, unseren Artikel über die Löhne in der Schweiz zu lesen.
In welchen Berufen werden in der Schweiz Mitarbeiter gesucht?
Laut der Website organismes.org lautet die Liste der 15 Berufe mit dem höchsten Personalbedarf in der Schweiz wie folgt:
- Haushaltshilfen
- Pflegehelfer
- Verkäufer (insbesondere im Einzelhandel)
- Führungskräfte in den Bereichen Rechnungswesen, Finanzen und Verwaltung
- Krankenpfleger und Hebammen
- Informatik- und Telekommunikationsingenieure
- Mitarbeiter in Lehre und Forschung
- Vertriebs- und technischer Vertriebsmitarbeiter
- Fachkräfte für Verwaltung, Buchhaltung und Finanzen
- Fachleute aus dem Bereich Kunst und Unterhaltung
- Mitarbeiter im Gastgewerbe (Cafés, Hotels, Restaurants)
- Paramedizinische Berufe
- Führungskräfte aus dem Bank- und Versicherungswesen
- Handelsattachés und Handelsvertreter
- Handelsvermittler
Beachten Sie, dass die gefragten Berufe von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich sein können, selbst innerhalb derselben Branche. Der Arbeitsmarkt in Genf unterscheidet sich daher von dem in Lausanne, Neuenburg oder Zürich. Bei Ihrer Stellensuche in der Schweiz sollten Sie die kantonalen Besonderheiten berücksichtigen.
Stellensuche in der Schweiz: Gibt es Besonderheiten beim Lebenslauf, die man beachten sollte?
Um bei der Jobsuche in der Schweiz erfolgreich zu sein, sollten Sie alle Chancen nutzen. Auch wenn der Lebenslauf nicht alles ist, kann er verhindern, dass Ihre Bewerbung schon vor Beginn des Einstellungsprozesses aussortiert wird. In der Schweiz unterscheiden sich die Anforderungen an den Lebenslauf etwas von denen in anderen Ländern, wie beispielsweise Frankreich.
Während Personalverantwortliche in Frankreich kurze Lebensläufe (in der Regel auf einer Seite) bevorzugen, kann ein Schweizer Lebenslauf mehrere Seiten umfassen. Schweizer Personalverantwortliche schätzen nämlich Lebensläufe, in denen die gesamte Berufserfahrung und alle beruflichen Kompetenzen des Bewerbers detailliert aufgeführt sind.
Bei jedem Ihrer beruflichen Stationen ist es wichtig, die Größe des Unternehmens (gemessen am Umsatz oder an der Mitarbeiterzahl), die Branche und den Standort anzugeben. Das Gleiche gilt für Ihre Ausbildungen. Erläutern Sie Abkürzungen so weit wie möglich, damit Personalverantwortliche in der Schweiz Ihren Werdegang vollständig nachvollziehen können.
Geben Sie bei Ihren persönlichen Angaben bitte Ihre Staatsangehörigkeit an. Wenn Sie Franzose sind und in der Schweiz arbeiten möchten (zum Beispiel als Grenzgänger), ist es üblich, dies anzugeben. Geben Sie in diesem Fall die Ländervorwahl für Frankreich (+33) vor der in Ihrem Lebenslauf angegebenen Telefonnummer an.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn Sie Ihren Führerschein der Klasse B erwähnen, geben Sie bitte an, dass es sich um Ihren Führerschein handelt; in der Schweiz gilt der Führerschein der Klasse B nämlich als Arbeitserlaubnis!
Schliesslich enthalten Schweizer Lebensläufe sehr oft eine Rubrik „Referenzen“. Geben Sie dort die Namen, Positionen und Kontaktdaten Ihrer früheren Arbeitgeber, Kunden und Lieferanten an (mit deren Einverständnis). Schweizer Personalvermittler können diese dann kontaktieren, um sich über Ihr Profil und Ihre Kompetenzen auszutauschen. Das macht eindeutig den Unterschied – in der Schweiz noch mehr als in Frankreich.
Wo fängt man bei der Jobsuche in der Schweiz an?
Es überrascht nicht, dass Jobbörsen in der Schweiz (ob in der Romandie oder anderswo) ein hervorragender Ausgangspunkt für die Arbeitssuche sind. Jobbörsen, Aggregatoren und andere Stellenplattformen bündeln Hunderte von Stellenanzeigen an einem Ort.
Diese Stellenangebote stammen sowohl von Schweizer Personalvermittlungsagenturen als auch von grossen Schweizer Unternehmen, KMU sowie öffentlichen Einrichtungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Mit nur wenigen Klicks können Sie sich so ein genaues Bild vom Schweizer Arbeitsmarkt machen, auf den Sie abzielen.
Hier finden Sie eine Auswahl an Stellenportalen in der Schweiz, die für ihre Relevanz bekannt sind:
- Jobs.ch: eine führende Stellenbörse in der Schweiz, auf der man zahlreiche Stellenanzeigen (über 80’000) finden kann, die nach Funktionen und Branchen geordnet sind.
- Jobup: Über 37’000 Stellenangebote, die Sie über die Stellensuche nach Schweizer Kantonen und Städten finden können.
- Jooble: eine unverzichtbare Website, auf der Sie nach Stellenangeboten in der Schweiz nach dem gewünschten Gehaltsniveau suchen können.
- Indeed: Derzeit der größte Schweizer Jobportal-Aggregator.
Hinweis: Diese Websites listen sowohl Stellenangebote in der Schweiz für Ausländer als auch für Schweizer Arbeitnehmer auf.
Es wäre jedoch ein Fehler, Ihre Stellensuche in der Schweiz auf die Nutzung dieser Websites zu beschränken: Die dort veröffentlichten Stellenanzeigen werden von Hunderten von Menschen aufgerufen. Es ist daher besonders schwierig, Ihre Bewerbung aus der Masse herausstechen zu lassen.
Parallel dazu empfehlen wir Ihnen, sich an Schweizer Personalvermittlungsagenturen zu wenden, Initiativbewerbungen zu verschicken und in beruflichen sozialen Netzwerken wie LinkedIn aktiv zu sein.
Wir hoffen, dass dieser Leitfaden zum Schweizer Arbeitsmarkt Ihnen dabei hilft, bei Ihrer Stellensuche in der Schweiz erfolgreich zu sein. Wenn Sie den genauen Gegenwert Ihres zukünftigen Schweizer Gehalts in Euro berechnen möchten, laden wir Sie ein, unseren Währungsrechner zu nutzen.


